Hier mal ein Foto des 68er S Code Fastback aus Berlin.
Es sollte eine Restobasis sein, da ich seit Jahren an Autos schraube und da ich zu der Zeit noch in einer Umschulung war, war das Budget eh seeehr beschränkt. Ich hatte mir schon ein paar Mustangs angesehen, aber nach dem Wochenende ging es sehr schnell: Abgebrochene Resto, neu lackiert, Shelby Haube und Front, C Code V8, 4 Gang Schalter, Torque Trust und viele Neuteile dabei. Hörte sich gut an. Der Wagen stand eine Stunde von mir entfernt, also hin und ansehen.
Hier die Bilder aus der Anzeige:




Vor Ort stand der Wagen unter einer dicken Staubschicht. Ich konnte schon einige Lackplatzer und Macken sehen, Motor und Getriebe waren noch „original“ dreckig und rostig, keine originalen Sitze drin und an Schwellern teilweise Spachtel drauf. Aber: Cowls ok, Schweller nach genaueren inspizieren auch, Endspitzen neu eingeschweißt. Km/h Tacho, Verstärkung für die Export Brace,... Door Plate? Mist, 6 Zylinder, also Tür getausch.
Auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass der Wagen einen polnischen Brief hat. Ausgestellt Anfang der 70er. Also ein Export Modell war es auf jeden Fall. Vielleicht ein T5??? Leider aber nicht mehr nachvollziehbar. Der Besitzer wollte sich den Wagen von einem Bekannten aufbauen lassen, dann haben die sich zerstritten und nun steht der Wagen seit 3 Jahren rum und er wolle ihn nur noch los werden. Nach kurzem Verhandeln wurden wir uns einig. Eine Woche später holte ich erst die ganzen Teile ab und machte den Wagen transportfertig (eine Spurstange war lose) und die Woche darauf holten wir dann mein Baby ab.








Die Frau, die da scheinbar den Mustang alleine auf den Trailer schiebt, ist übrigens meine Verlobte, die mich bei meinem Hobby immer sehr unterstützt und wenn es nur mit Ihrem Verständniss für meinen Autotick ist.
Nun stand er in meinen heiligen Hallen und es ging erstmal daran die ganzen Teile zu ordnen und zu sehen, was wirklich da war und was noch fehlte. Die Aussage des Verkäufers, der Wagen sei zu 95% komplett, habe ich eh nie getraut... Dann habe ich erstmal angefangen alles zusammen zu bauen, was da war und die Elektrik auf Vordermann zu bringen.


Denn grade bei der Elektrik wurde einiges „polnisch“ repariert. Der Kabelbaum nach hinten war im Schweller durchtrennt, Rückleuchten auf 3 Birnen umgebaut, anderes Zündschloss, Magnetschalter, etc. Da für einen neuen Kabelbaum kein Geld da war und der bei den Rückleuchten eh nicht gepasst hätte, ging es los. Schaltpläne, einen Innenraumkabelbaum aus einem Golf 3 den ich geschlachtet hatte für verschiedene Kabelfarben, eine Rolle dickes Kabel, Relais mit Sicherungshalter, Lampenstecker, Sicherungblöcke und gaaaanz wichtig: Einen Kasten Krombacher...
In dem Zuge wurde dann auf Lima mit integriertem Spannungsregler, Scheinwerfer und Hupe auf Relais umgebaut und alles vernünftig abgesichert.
Leider habe ich in der Zeit keine Fotos gemacht.
Nun kam dann langsam die Zeit sich dem Antrieb zu widmen. Der Motor sah grauenhaft aus und da das Ausrücklager in einer meiner Kisten aufgetaucht war, mußte er sowieso raus. Scheinbar hatten die Motor und Getriebe einfach nur rein gehängt um ihn transportieren zu können. In dem Zuge wollte ich den Motor dann lackieren und einmal aufmachen und neu abdichten und gegebenen Falle neue Lager spendieren.
Aber wie es der Zufall so wollte ist mir ein 94er Mustang SN 95 5.0 HO mit 5 Gang Schaltgetriebe mit 26383 Meilen auf dem Tacho über den Weg gelaufen. Der Wagen hatte einen Überschlag, Technik aber noch einwandfrei.




Somit hatte sich das „Motorenproblem“ dann erledigt und es ging an das Schlachten des SN95. Einen HO und T5 Getriebe stand sowieso noch auf meiner Wunschliste für irgendwann in der Zukunft.
Dann ging es daran den HO umzubauen und sein „Tarnkleid“ zu verpassen.




Hierbei sind dann natürlich wieder einige Probleme aufgetaucht. Los ging es mit den Motorhaltern.

Hier hatte wohl der Taiwanesische Mitarbeiter einen Reisschnaps zuviel zum Mittagessen. Die Beiden teile waren falsch herum zusammen genietet.
Weiter ging es mit den Fächerkrümmern (Flowtech). Die Beifahrerseite hat gut gepasst. Aber auf der Fahrerseite hat er unten an der Getriebeglocke angelegen, so dass die Kupplungbetätigung auch nie gepasst hätte.
Ursache hierfür war folgendes, was ich und auch andere nicht wusten. Die Mustangs der Baujahre 94&95 mit T5 Getriebe haben eine längere Glocke und einen längeren Inputshaft verbaut. Dieses mußte dann auch erstmal besorgt und umgebaut werden.
Der Ausbau des alten Motors ging dagegen selbst alleine ohne Probleme vonstatten. (Danke hier nochmal an Muetze für seinen Motorkran und Motorständer)


Bei Einbau des HO haben wir uns trotz 6 helfenden Händen wesentlich schwerer getan. Hätten wir da schon gewusst, dass das Getriebe nochmal raus muss, wäre es erheblich einfacher gewesen...
Aber letzten Endes war er dann dort, wo er hingehört.



Dann gab es erstmal eine Pause in Sache Mustang, da meine Hebebühne, die seit über einem Jahr in der Ecke lag, auch mal aufgestellt werden wollte. Ich muss dazu sagen, dass ich zwischendurch auch noch so einiges an unserem Haus mache, im Frühjahr 30m Holz im Wald schlagen und leider auch noch arbeiten gehen muss. Somit steht das Pony auch mal nen paar Tagen oder Wochen im Stall ohne das ich daran schrauben kann.




Der komische Vogel, der da immer rum läuft, ist übrigens mein bester Kumpel, der mir immer mit seiner Manneskraft zur Seite steht. Auch wenn er von Autos keine Ahnung hat.
So, das war es dann mal fürs erste. Kriege langsam Bierdurst und die Frau schreit auch nach Aufmerksamkeit. Leute, die mich kennen werden eh denken ich sei krank. Bin eher ein Mann der Taten statt der Worte. Kann mich nicht entsinnen, wann ich das letzte mal einen so langen Text am Stück geschrieben habe...