Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

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Schraubaer
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von Schraubaer »

Worauf ich im Detail hinweisen möchte, ist der Umstand, daß nicht besonders viel Öl die Gleitlager der V8 Nocke PASSIERT, das läuft ja fast wie ein Verlustschmierung, somit nicht regulierend (Temperatur, Schwebstoffe, Ablagerungen, Abrieb) wirkt und umso wichtiger kompensierende Eigenschaften, wie vom ZDDP sind, die für einen besseren Reibkoeffizienten sorgt, als aktuelle Normalöle, die es nicht enthalten.

Mag ein jeder für Seine Technik selbst entscheiden, aber pauschale Aussagen "normales Öl reicht auch", oder Vergleiche mit Motoren anderer Bauart, sind bedenklich, finde ich.

Daß diese altherbrachten Öle zur damaligen Zeit einen Sinn hatten, darf man den Entwickleringenieuren wohl anlasten. Wenn damals, da hat es kein Ölhersteller aus Spaß reingemischt, so auch heute nötig und sinnvoll!

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Boss Hoss
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von Boss Hoss »

Da hast Du auf jeden Fall recht, dass man Öl ohne ZDDP in unseren alten Motoren nicht fahren sollte. Es sei denn man will in naher Zukunft einen neuen Motor. Der Rest sind Details. Manche denken ein modernes "Hochleistungsöl" tut ihrem alten Schätzchen gut und dann schrotten sie den Motor. Geht ja auch eher schleichend. Die großkotzige Werbung für solche neue Produkte tut dann ihr übriges um die Verwirrung komplett zu machen. ;) Die Nocken und Hydros sind halt meistens das erste was hinüber ist, bzw. das was man dann merkt, bevor die Lager dran sind.
Grüße

Jens


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Berny
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von Berny »

Wenn man dem AutoBild Klassik Test einen Funken Wahrheit zugesteht wäre auch das Rektol 20W 50 API SE/CC evtl. interessant. Im Test steht aber nix von ZDDP Inhalt , also habe ich die Firma angeschrieben und folgende sehr ausführliche Mail erhalten:


......Hallo....

für Ihren Ford Mustang V8 Bj. 1966 bestanden folgende Motor- Ölvorschriften:

Sommer: HD 20W-20
Winter: HD 10W
Ganzjährig: HD 10W-30

Von 1964 – 1967 hatte die amerikanische Spezifikation API SC für Benzinmotoren Gültigkeit.

Nachfolgend finden Sie unsere Kommentare zu unserer abschließenden Empfehlung:


Anpassung an heutige Kraftstoffqualitäten:

Die damalige API SC stammt aus einer Zeit der Kraftstoffe und Basisöle (Basis zur Motorenöl-Herstellung), wo hohe Schwefelgehalte üblich waren.

Hinweis: Kraftstoff wird im Betrieb ins Motorenöl eingetragen. Die Leichtflüchtigen Kraftstoffanteile verdampfen wieder – Schwefel aus dem Kraftstoff verbleibt im Motorenöl.

Schwefel in Kombination mit Kondenswasser bildet Schwefelsäure, die korrosiv auf Metalle wirkt.

Darum hat ein Motorenöl neutralisierende Eigenschaften (Basen = basische Eigenschaften), die mit der technischen Angabe TBN in mgKOH/g angegeben werden.

Basen greifen allerdings auch verschiedene Materialien an (insbesondere organische Stoffe).


Fazit (Grundlage: Motorölwechsel-Fristen gemäß Betriebsanleitung – aber mind. einmal jährlich vorm Einwintern):

Bei Verwendung von „schwefelfreien“ Kraftstoffen und schwefelarmen Motorenölen, sollte man geringere neutralisierende Eigenschaften im Motorenöl (gegenüber den seinerzeit gültigen Motorenöl Spezifikationen) bevorzugen.

API SC- Öle hatten bei uns in 1966 eine TBN von max. 6 mgKOH/g.

Unser „angepasstes“ Klassiköl Rektol SC hat aufgrund der vorgenannten Problematik eine TBN von ca. 4 mgKOH/g.


Anpassung der Verschleißschutzeigenschaften:

Das Verschleißschutz Additiv nennt sich ZDDP. Den Gehalt von ZDDP in Motorenölen kann man z.B. am Zinkgehalt (in ppm) ablesen.

Nach unseren heutigen Erkenntnissen benötigen US-Cars aus den 60ern und 70ern etwas mehr ZDDP als seinerzeit üblich.

Hierbei seien z. B. die Reibpaarungen der Ventilsteuerung genannt, wo sich insbesondere im Zustand der Mischreibung (Kaltstart) ein erhöhter Zinkgehalt von 1000 bis 1200 ppm positiv auswirkt. Da ZDDP auch kritische Eigenschaften hat ---- gilt nicht --- dass höchste ZDDP – Gehalte eine Universallösung darstellen. Hierzu werden wir Anfang November eine ausführliche Veröffentlichung auf unserer Webseite stellen.

Unser „angepasstes“ Klassiköl Rektol SC hat aufgrund der vorgenannten Problematik einen Zinkgehalt von mind. 1000 ppm.

Siehe hierzu auch unser TÜV Zertifikat zur Verschleißschutzwirkung von Rektol SC.


Alle weiteren Motorenöl- Funktionen entsprechen der damaligen Spezifikation API SC.

Reinigungs- und Schmutztragevermögen, Oxidations- und Korrosionsschutz, Flammpunkt usw. entsprechen der damaligen Spezifikation API SC und erfüllen somit die Anforderungen an den Stand der Motorentechnik aus den 1960er Jahren.


Empfehlung:

Hierbei gehen wir davon aus, dass keine techn. Umrüstungen / Leistungssteigerungen usw. durchgeführt wurden.


Unsere Empfehlung für Mustang V8 1966 ohne Motorrevision und hoher Laufleistung lautet: Rektol 20W-50 SC

Unsere Empfehlung für Mustang V8 1966 mit Motorrevision lautet: Rektol 10W-30 SC


Kommentar 20W-50: Gewisse „Einlauferscheinungen“, die auf hohen Laufleistungen basieren, können mit erhöhten Viskositäten 20W-50 teilweise kompensiert werden. Höhere Schmiersicherheit bei temperaturkritischen Motoren. Diese positiven Wirkungen erkauft man sich allerdings mit einer langsameren Durchölung des Motors (bei Kaltstart) und mit mehr Verbrennungsrückständen.

Kommentar 10W-30: Schnellere Durchölung des Motors (bei Kaltstart) und geringere Verbrennungsrückstände. Wobei geringere Viskositäts- Reserven bei temperaturkritischen Motoren bestehen.


Zu Motorenölen kann man wirklich endlose Abhandlungen schreiben.

Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausdrücken konnte.

Wenn weitere Fragen bestehen, nehmen wir uns gerne Zeit


Mit freundlichen Grüßen

Dipl. Ing. Jochen Pohlmann
Grüße

Bernd

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70Con
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von 70Con »

Schön kompakt beschrieben und verfasst und richtig. Mann könnt meinen der Verfasser fährt selbst einen Oldtimer :lol:
Wobei ich da lieber API SF gelesen hätte (und xx W 50 find ich auch nen bissle viel) aber sonst meine volle Zustimmung.
Gruß
Werner
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herrsuhrbier
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren Update

Beitrag von herrsuhrbier »

Moin ihr Lieben,

es hat mir keine Ruhe gelassen nochmals eine Lanze für sogenanntes Billigöl zu brechen. In diesem und meinem Fall das
TP Carfit 15 W 40 von Thomas Philipps Sonderposten für gnadenlos billige 9,80 € / 5 Liter. Dank EAN Code konnte ich den Hersteller ermitteln.

Und siehe da: Es ist Öl "Made in Germany" von der Mitan Mineralöl GmbH. Das identische Öl wird auch unter dem Namen Alpine RST 15 W 40 vertrieben.
Als dann habe ich die Firma angemehlt um den für und alle wichtigen Phosphor- und Zinkanteil zu erfragen. Hier die Antwort:

"...die typischen Werte, welche im handelsüblichen Rahmen schwanken können, liegen für das RST 15W-40 beim Zink bei ca. 970 ppm und beim Phosphor bei ca. 900 ppm."

OK. Soweit so gut. Und noch besser als ich es erwartet hätte.

Im Standardtrim und moderater Fahrweise sicherlich ausreichend. Wem es dennoch nicht reicht giesst halt noch eine Flasche ZDDPlus hinzu.
Kosten: 5 Liter Öl und eine Flasche ZDDPlus ganze 20,- Europa.
Aber die Mineralölkonzerne wollen ja auch leben und ihr "Spezial-Oldtimeröl" verhökern. Also bitte nicht als Kauftipp verstehen. :)

Und der Heiner möge mir mein Vergleich Mustang V8 Motor mit Ford 20m V6 OHV verzeihen. Der V6 wenn man ihn in einen Capri 2000 GT eingebaut hatte, ist natürlich eher mit einem damaligen Alfa Giulia 1600 vergleichbar. Das sind ja beide reinrassige Sportwagen.

Viele ölige Grüße

Chris
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Schraubaer
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von Schraubaer »

Beim Alfa gebe ich Dir Recht! Mein Capri hatte mich nur geaergert, hat trotzdem Spass gemacht.

:D Heiner...
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67er FM
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren Update

Beitrag von 67er FM »

herrsuhrbier hat geschrieben: Wem es dennoch nicht reicht giesst halt noch eine Flasche ZDDPlus hinzu.

Chris
Zum Thema wurde ja schon alles gesagt, was gesagt werden musste, aber dieser "Tipp" ist nicht wirklich hilfreich und verschlimmert die Sache bloß noch.

Eine Flasche ZDDPlus auf eine Motorfüllung ist viel zu viel. Wenn man Zusätze benutzt, sollte man die Menge auf jeden Fall vorher auf den jeweiligen Zink/Phosporgehalt des Öles und die Ölmenge abstimmen.

Viel hilft viel, ist hier eher kontraproduktiv.


Gruß Ben
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herrsuhrbier
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von herrsuhrbier »

Richtig. Und deshalb nur eine und nicht fünf Flaschen.

warum immer so eine negative Grundhaltung?? :) Es wird doch garnichts schlimmer.

...eine Flasche(Packungseinheit) mit 4oz reicht für mehr als 5qt = 4,73l um einen ausreichenden Zddp Level zu erreichen - die typische Ölmenge in einem V8.

Ausgangsbasis ist Öl mit mässigem (800-1000) Zddp Gehalt.

Viele Grüße Chris
Long liv' Rock!
vn800
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von vn800 »

herrsuhrbier hat geschrieben:
...eine Flasche(Packungseinheit) mit 4oz reicht für mehr als 5qt = 4,73l um einen ausreichenden Zddp Level zu erreichen - die typische Ölmenge in einem V8.


Viele Grüße Chris
Servus

Da wäre ich mir nicht so sicher,lies mal das hier durch,Speziel Seite 7,ganz unten. :?:
http://www.cadillacclub.ch/Garage/Separ ... r_ZDDP.pdf


gruß

Franz
Gruß Franz

1969 Dodge Coronet R/T 440cui
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Mustang67
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Re: Korrektes Motoröl für Mustangmotoren

Beitrag von Mustang67 »

Hallo zusammen,

ich wollte mich mal bei Liqui Moly über das Touring High Tech 10 W-30 nach API SF schlau machen. Bei der Anfrage habe ich angegeben, dass ich den 289 V8 Motor meines 1967 Ford Mustang gerade überhole, d.h. honen, neue Lager, neue Ringe, Hydrostößel. Folgende Antwort habe ich erhalten:
Wir empfehlen Ihnen für dieses Fahrzeug folgendes Produkt

Touring High Tech 20 W-50 Art.-Nr. 1255 - 5 Liter
+
Oil Additiv Art.-Nr. 1012 - 200 ml

Diese Kobination ist für dieses Fahrzeug das optimale. Dieses Motorenöl besitzt einen ZN 930 - 1100 und einen TBN von 9,5. Durch die Zugabe unseres Oil Additiv, erhöht man den Verschleißschutz, der normal durch das Zink gegeben wird.

Wir haben Ihnen eine Produktbeschreibung im Anhang beigelegt.

Sollten Sie noch Fragen haben zu unseren anderen Produkten, stehen wir Ihnen jeder Zeit zur Verfügung
Nach einer Generalsanierung sollte ich doch auch 10W-30 verwenden können?!? Das TBN scheint im Vergleich zu anderen Produkten recht hoch und steht damit im Widerspruch zur Aussage von Rektol (Beitrag von Berny weiter oben). Das Additiv ist auf einer MOS2-Basis aufgebaut. Ist das wirklich gut oder sinnvoll für unsere Motoren?
Viele Grüße
Andre
Antworten

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